Das Album „Telematic“ von Giorgi Koberidze (Tiflis, Georgien) und Ursula Winterauer (Wien, Österreich), auch bekannt unter dem Pseudonym Gischt, dokumentiert einen Prozess des Hörens, der Recherche und der Auseinandersetzung mit spezifischen städtischen Umgebungen. Klang wird hier zu einem Medium der Resonanz – zwischen Menschen, Orten und möglicher Zukunft. Beide Komponist:innen greifen sensibel die akustischen Gegebenheiten dieser Städte mittels Field Recordings auf – Geräusche, Lärm, soziale Interaktionen und kulturelle Konnotationen. Diese Momentaufnahmen werden im Studio geschichtet, arrangiert und assembliert, woraus neue Klangarchitekturen entstehen, die wie ein akustisches Terroir die Eigenheiten der jeweiligen Orte widerspiegeln und transformieren. „MurMur“ von Giorgi Koberidze transformiert akustische Instrumentalklänge durch Sampling und Modulation in eine neue Komposition, in der organische und elektronische Elemente ineinander verschmelzen. „When Dust Settles“, komponiert von Ursula Winterauer, formt Baustellengeräusche und Stimmen zu einer Reflexion über Vergänglichkeit und Erneuerung. Beide Werke machen den urbanen Raum in seiner Transition erfahrbar und zeigen ihn als Gefüge ständiger Übergänge, in dem sich Atmosphären, Bewegungen und Intensitäten permanent neu konfigurieren. Dieses Album entstand auf Initiative von Openspace aus Innsbruck und wurde im Rahmen des laufenden Creative Europe Projekts SLASH TRANSITION durch Künstlerresidenzen bei Openspace Innsbruck (AT) und Trempo, Nantes (FR) gestaltet.