Wie fühlt es sich an, sein Leben einer einzigen Sache zu widmen? Wie lebt ein Mann, der die anspruchsvollste Opernliteratur durch Gesang auf die Bühne bringt? Die Antwort: Unglaublich leicht. Der Film flaniert, oder besser gesagt, schwebt mit dem norddeutschen Heldentenor Klaus Florian Vogt durch europäische Opernhäuser. Tannhäuser, Tristan, Siegfried - Richard Wagners komplexe, gefürchtete Heldenrollen, er beherrscht sie, er lebt mit ihnen ohne Angst. Oder doch nicht? Allmählich wird dem Zuschauer bewusst, wie viel Detailarbeit in dieser Leichtigkeit steckt und wie viele kleine Teile sich zu einem großen Puzzle zusammenfügen. Intime Momente - für einen Sänger bedeutet das das Einstudieren einer Rolle, es ist der Moment kurz vor der Aufführung, hinter der Bühne, bevor er seinen Tristan zum ersten Mal auf der Bühne singt. Die Nacktheit, der Zweifel, wenn der kleinste Fehler passiert. Das zweite Porträt des Tenors von Astrid Bscher – 13 Jahre nach dem Film „Die Meistersinger“ – ist eine filmische Beobachtung eines bescheidenen Stars. ‚Nur wer keine Angst kennt, kann etwas Neues, Eigenes schaffen’, so beschrieb Richard Wagner den wahren Künstler. Klaus Florian Vogt ist ein solcher Mann. In dem 65-minütigen Film kommen Klaus Florian Vogt, Christian Thielemann, Andreas Homoki, Harald Schmidt, Andreas Mühe und Jobst Schneiderat zu Wort.