Die international renommierte Pianistin Yulianna Avdeeva präsentiert „Metanoia“, eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den späten Klavierwerken von Franz Liszt, die dessen radikalen Wandel vom Virtuosen zum Visionär nachzeichnet. Liszts Spätwerke markieren einen entscheidenden Bruch mit traditioneller Musiksprache und -form und ebnen durch kühne harmonische Experimente, komprimierte Strukturen und auffallend dissonante Klänge den Weg für die Moderne des 20. Jahrhunderts. Befreit von konventioneller melodischer Entwicklung vermitteln diese kurzen, aber intensiven Werke tiefe existenzielle Reflexion und berühren Themen wie Glauben, Sterblichkeit und die conditio humana. Zunächst stießen sie auf Widerstand, sollten später jedoch einen maßgeblichen Einfluss auf Komponisten wie Béla Bartók, Alexander Skrjabin, Claude Debussy und Maurice Ravel ausüben. Ebenfalls auf diesem Album enthalten ist die frühere Sonate in h-Moll, die als eines der bedeutendsten Werke des Klavierrepertoires gilt: eine einsätzige Komposition von außerordentlicher dramatischer und philosophischer Tragweite, in der kontrastierende Themen auftauchen, aufeinanderprallen und sich in eine Reise von der Dunkelheit zur Transzendenz verwandeln. Für Avdeeva ist Liszts Musik niemals rein virtuos, sondern eine existenzielle Auseinandersetzung mit den tiefsten Aspekten der menschlichen Erfahrung – Licht und Dunkelheit, Glaube und Zweifel, Leben und Tod –, die einen Komponisten offenbart, der die Möglichkeiten des musikalischen Denkens und Ausdrucks kontinuierlich erweiterte. Yulianna Avdeeva frühere Alben haben etliche internationale Auszeichnungen und weltweit große Anerkennung erhalten.