Die Sopranistin Vanessa Goikoetxea und der Pianist Rubén Fernández Aguirre begeben sich auf eine außergewöhnliche Reise durch die Poesie Heinrich Heines und ihre weitreichende musikalische Wirkung über die Grenzen Deutschlands hinaus. „Frühling“ ist auch ein Projekt, das die Figur von Andrés Isasi (1890–1940), er war einer der einzigartigsten und am wenigsten beachteten Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts in Spanien, entscheidend beleuchtet. Im Mittelpunkt des Albums steht die Weltpremiere der Gesamtaufnahme des Lieder-Albums op. 16, einem Zyklus, der 1913 in Berlin komponiert wurde und bis heute nahezu unbekannt ist. Diese vierzehn Lieder offenbaren einen kosmopolitischen Isasi in voller kreativer Reife, geprägt von seiner mitteleuropäischen Ausbildung bei Engelbert Humperdinck und im Einklang mit den spätromantischen und Jugendstil-Strömungen seiner Zeit. Der Zyklus verbindet intime Klänge, das Heraufbeschwören von Legenden, dekadente Impulse und eine raffinierte Harmonie-Sprache von auffallender Modernität. Werke wie „Ali Bey”, „Frühling”, „Die ungetreue Luise” oder „Vergiftet sind meine Lieder” zeigen eine einzigartige persönliche Stimme, die die deutsche Liedtradition mit baskischen Bildern und einer für ihre Zeit ungewöhnlichen fortschrittlichen europäischen Sensibilität verbindet. Goikoetxea und Fernández Aguirre zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, das emotionale Universum – mal naiv, mal schattenhaft, immer intensiv poetisch – eines Komponisten zu vermitteln, dessen Vokalwerk längst eine künstlerische Wiederentdeckung verdient hatte. Das Album wird durch Lieder von Franz Liszt, Edvard Grieg, Charles Ives, Anton Rubinstein, Nadia Boulanger, Agathe Backer Grøndahl, Edward MacDowell, Giovanni Sgambatti und Mario Castelnuovo-Tedesco vervollständigt, Komponisten, die wie Isasi von der emotionalen Tiefe und symbolischen Kraft des deutschen Dichters fasziniert waren.