„Con silencio vibrante“ zeichnet ein fesselndes Porträt der spanischen und lateinamerikanischen musikalischen Avantgarde in einer ihrer kreativsten und transformativsten Phasen. Das Album, eingespielt vom renommierten Ensemble Taller Sonoro, vereint acht Kammermusikwerke, die zwischen 1963 und 1976 komponiert wurden, und bietet einen seltenen und aufschlussreichen Einblick in ein Repertoire, das bislang nur unzureichend dokumentiert ist. Die Aufnahme zeichnet ein dichtes Netz aus ästhetischen Ideen, persönlichen Verbindungen und transatlantischen Austauschprozessen nach, die die zeitgenössische Musik der Mitte des 20. Jahrhunderts geprägt haben. Serielle Strenge, kontrollierter Zufall, grafische Notation, literarische Inspiration und raffinierte Klangfarbenforschung koexistieren in Werken von Mario Lavista, Joan Guinjoan, Aurelio de la Vega, Graciela Paraskevaídis, Gonzalo de Olavide, Enrique Raxach, Jesús Villa-Rojo und Luis de Pablo – einige davon hier in der Weltpremiere. Von der zerbrechlichen Poesie in Lavistas „Quotations“ bis zur architektonischen Klarheit von De Pablo's „Cesuras“ offenbart das Album eine gemeinsame Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten, wobei die unverwechselbaren Stimmen jedes Komponisten erhalten bleiben. Stille, Textur, Rhythmus und Raum werden zu strukturellen Elementen einer Musik, die intellektuelle Strenge mit beeindruckender Ausdruckskraft in Einklang bringt. „Con silencio vibrante“ bestätigt Taller Sonoro als einen der führenden Interpreten des zeitgenössischen Repertoires und ist ein unverzichtbares Album für Hörer, die sich für das avantgardistische Erbe des 20. Jahrhunderts interessieren.