Der Violinist Mario Pérez präsentiert die erste vollständige Aufnahme der 30 Capricen von Felipe Libón (1775–1838). Dieses außergewöhnliche Projekt, aufgenommen im Auditorio Manuel de Falla und produziert von Paco Moya, ist ein brillantes Beispiel für künstlerische Forschung durch Aufführung – ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der einen der faszinierendsten, aber dennoch übersehenen Violinisten Spaniens wieder in das Repertoire zurückbringt. Libón, ein Schüler von Giovanni Battista Viotti, wurde in Cádiz in eine französische Familie geboren und entwickelte sich zu einem der raffiniertesten Violinisten seiner Generation. Er war an den Höfen von Lissabon, Madrid und Paris tätig und wurde für seine Eleganz, Präzision und ausdrucksstarke Wärme bewundert. Libón spielte auf einer Stradivari-Geige und war ein Pionier in der Verwendung des modernen Tourte-Bogens. Er verband die Anmut des klassischen Stils mit einer technischen Brillanz, die Paganini vorwegnahm. Mit intellektueller Strenge und musikalischer Sensibilität lässt Mario Pérez – stellvertretender Konzertmeister des Spanischen Nationalorchesters und Mitglied des Trío Musicalis – Libóns vergessenes Meisterwerk wieder aufleben. Er spielt seine Andrea Castagneri (1696–1747) Violine, deren voller und strahlender Klang den Zuhörer in die Klangwelt des frühen 19. Jahrhunderts entführt. Jede der dreißig Capricen konzentriert sich auf einen bestimmten technischen oder expressiven Aspekt und bildet so ein vollständiges und lebendiges Kompendium der Violintechnik und -kunst. Wie die Musikwissenschaftlerin Dr. Sofía Martínez Villar in ihrem Begleittext schreibt: ‚Diese Aufnahme bietet nicht nur eine außergewöhnliche Interpretation, sondern ermöglicht es uns auch, einen Violinisten der Vergangenheit durch einen Violinisten der Gegenwart wiederzuentdecken.‘