Am 1. März 1620 wurde im Königspalast von Neapel die „festa a ballo Delizie di Posillipo“ aufgeführt, um die Genesung König Philipps III. zu feiern. Auf Initiative des Vizekönigs Pedro Girón, des 3. Herzogs von Osuna, entstand dieses prächtige Spektakel mit großartigen Bühnenbildern von Bartolomeo Cartaro und Musik einiger der besten neapolitanischen Komponisten: Pietro Antonio Giramo, Giacomo Spiardo, Andrea Ansalone sowie insbesondere Francesco Lambardi und Giovanni Maria Trabaci, Maestro di cappella und Organist der vizeköniglichen Kapelle.
Wie bei den großen höfischen Intermedien verband die Aufführung Arien, Canzonette und Tänze mit abwechselnden Instrumentalgruppen. Auf der Bühne wetteifern Pan und Venus – Symbole des Festlands und der maritimen Welt – um Posillipo, und der Wettstreit endet mit einem feierlichen Schlusstanz.
La Grande Chapelle lässt dieses prunkvolle Ballo getreu wiederaufleben und umrahmt es mit den religiösen Zeremonien und der Musik, die der spanische Hof in Neapel veranstaltete. Ein glanzvolles Spiegelbild seiner Macht, seiner multikulturellen Identität und des barocken Prunks.