Nach der Vertreibung der sephardischen Juden aus Spanien im Jahr 1492 bewahrten und bereicherten ihre Gemeinschaften ihre musikalischen und sozialen Traditionen in ihren neuen Siedlungen rund um das Mittelmeer. Daraus entstand eine musikalische Kultur von großem Reichtum und Vielfalt, die sich in vielen Sprachen ausdrückte – Hebräisch, Arabisch, Türkisch, Bulgarisch, Ladino – Symbole für das Zusammenleben und den Dialog zwischen verschiedenen Völkern.
Musik ist eine universelle Sprache, die in der Lage ist, Trauer, Hoffnung, Spiritualität und das tägliche Leben derer, die sie aufführen und teilen, zu vermitteln. Sie ist ein lebendiges Zeugnis des kollektiven Gedächtnisses und ein Instrument des sozialen Zusammenhalts. Wenn wir Orte wie Casablanca, Saloniki, Sofia, Ferrara, Venedig, Odessa, Istanbul, Tanger, Algier, Tunis, Tripolis, Alexandria, Smyrna oder Jerusalem heraufbeschwören, geben wir einer gemeinsamen kulturellen Erinnerung Ausdruck und feiern die Würde und den historischen Reichtum der Völker des Mittelmeerraums. Die Würdigung dieses Erbes ist selbst ein Akt der historischen Anerkennung und ein Bekenntnis zu Koexistenz, Frieden und Dialog zwischen den Kulturen.