Klänge der Fronleichnamsprozession in Valencia (17.–18. Jahrhundert)
Das Fronleichnamsfest, das 1264 von Papst Urban IV. eingeführt wurde, entwickelte sich zu einem der wichtigsten und prächtigsten Feste Valencias. Seine Ursprünge gehen auf ein eucharistisches Wunder zurück, das sich um 1239 auf valencianischem Gebiet ereignete: das Wunder der Korporale von Luchente-Daroca. Im Laufe der Jahre wurde das Fronleichnamsfest opulenter und hatte sich im 17. Jahrhundert zu einem großen öffentlichen Spektakel entwickelt, reich an Musik, Theater und Ritualen. Am Vorabend des Festes lud eine Parade namens Cavalcada del Convit die Bevölkerung zur Teilnahme ein, während am Nachmittag traditionelles religiöses Theater in valencianischer Sprache (els Misteris) und choreografierte Tänze aufgeführt wurden, die speziell für die Prozession in Auftrag gegeben worden waren. Die Hauptprozession war eine beeindruckende Darbietung, an der die gesamte valencianische Gesellschaft teilnahm – von den Zünften bis hin zu den höchsten bürgerlichen, königlichen und kirchlichen Autoritäten. Ein reichhaltiger musikalischer Klangteppich begleitete jeden Schritt: Volksinstrumente wie die Dolçaina und Tabal, dramatische Theatermusik, zeremonielle Stadtkapellen, Gregorianik vom Klerus und kunstvolle Polyphonie, aufgeführt von der Kapelle der Kathedrale. Im Jahr 1672 stellte der Stadtmusiker Josep Gomar ein Manuskript zusammen, in dem die Texte und die Musik dieser Theaterstücke und Rituale festgehalten wurden. Heute bietet diese Musik einen seltenen Einblick in die Klangwelt des barocken Valencia. Dieses Album bringt diese Klänge in die Gegenwart.