Eine Auswahl von Liedern, wie breit sie auch sein mag, konzentriert sich zwangsläufig auf die deutsche Sprache, wie es die theoretische, historische und technische Definition des Wortes ‚Lied‘ und des Genres ‚Lieder‘ vorschreibt. Die besondere Auswahl an Liedern dieses Albums vereint etwas poetisches und sie reichen inhaltlich vom Eros bis zur Nostalgie. Die Lieder von Johannes Brahms und Gustav Mahler entführen den Zuhör in eine Sphäre, die fast unabhängig von Zeit und Raum ist. Gleichzeitig ist die Atmosphäre und die Bewegung der passeggiata zu spüren, eines leichten, ungezwungenen Spaziergangs. Dieses Bild, das die Idee der ‚Bewegung’ in Raum und Zeit impliziert (der kurze Raum eines öffentlichen Gartens, der kurze Raum eines Frühlingsnachmittags oder der zwischen Sommer und Herbst), bekommt eine viel umfassendere Bedeutung, sobald wir eine logische Verbindung zwischen der demokratischen sozialen und kulturellen Funktion der ‚Proms’ und der reifen Selbstanalyse der Art von erhabener, tiefgründigen Musik, die eng mit einem poetischen Text von ähnlichem spirituellem Niveau verbunden ist und die zwischen 1860 und 1914, zwischen den nationalen (oder sogar ‚nationalistischen”) Untertönen der genannten Kultur und dem Ersten Weltkrieg, ein so charakteristisches Merkmal der österreichisch-deutschen Kultur war. Die Altistin Sara Mingardo wird von der Bratschistin Danusha Waskiewicz und dem Pianisten Aldo Orvieto begleitet.