Die faszinierende und rätselhafte Anna Bon di Venezia war eine der wenigen professionellen Komponistinnen des 18. Jahrhunderts, die sich einen Platz an den europäischen Höfen sichern konnten. Als Virtuosin, Sängerin und Komponistin war sie in Venedig, Bayreuth und Nürnberg tätig, wo sie zwischen 1756 und 1759 ihre drei Werksammlungen veröffentlichte. Über sie ist nur wenig bekannt, die einzigen biografischen Details stammen aus den Widmungen und Titelblättern ihrer Veröffentlichungen. Anna studierte bei Candida della Pietà, einer Bratschenlehrerin und ehemaligen Schülerin von Antonio Vivaldi. Schon in jungen Jahren wurde sie als begabte Musikerin erkannt und profilierte sich bald auch als Komponistin. Die hier vorgestellte Sammlung „Sechs Sonaten für Cembalo“, op. 2, wurde 1757 während Annas Aufenthalt am Bayreuther Hof in Nürnberg veröffentlicht. Die Sonaten sind der Prinzessin Ernestine Auguste Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach, gewidmet, die Anna Bons Schülerin war, bevor sie den Herzog von Hildburghausen heiratete. Annarosa Partipilo brilliert in ihrer sorgfältigen Interpretation auf einem Hammerflügel aus dem späten 18. Jahrhundert.