Mit „Liriche da camera“ widmen sich der Bariton Matteo Mencarelli und der Pianist Filippo Farinelli einem Repertoire, das selbst heute nur selten auf den Konzertprogrammen zu finden ist. Die ausgewählten Lieder von Francesco Morlacchi, Giovanni Sgambati, Giuseppe Martucci, Ermanno Wolf-Ferrari, Ottorino Respighi und Alfredo Casella zeichnen die Entwicklung des italienischen Kunstlieds vom 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert nach.
In diesen Vertonungen von Texten unter anderem von Dante Alighieri, Gabriele D’Annunzio und Francesco Petrarca zeigt sich die Suche italienischer Komponisten nach einer eigenständigen Liedsprache jenseits der großen Opernbühne. Dabei verbinden die Werke melodischen Reichtum mit feiner Textgestaltung und eröffnen eine faszinierende Perspektive auf eine oft übersehene Seite der italienischen Musikgeschichte. Besonderes Interesse verdient die Weltersteinspielung von Francesco Morlacchis „Venite a intender li sospiri miei“, die das Programm um eine weitere bemerkenswerte Entdeckung bereichert.