In einer Gesellschaft, in der Standardisierung ein weit verbreitetes Thema ist, sollte die Veröffentlichung eines Albums, das vom üblichen, etablierten Repertoire abweicht und ein originelles Programm präsentiert, mit Begeisterung aufgenommen werden. Diese Begeisterung zeigt sich auch in dem Engagement der beiden Interpreten – Giovanni Battista Scarpa, Violine und Emma Nicòl Pigato, Saxophon –, neues Repertoire zu entdecken und leidenschaftliche, präzise Darbietungen zu liefern. Dieses Diskografieprojekt zielt darauf ab, originelle Musik für Violine und Saxophon von früheren und zeitgenössischen Komponisten zu interpretieren und zu fördern. Werke aus dem 20. Jahrhundert (Kompositionen von Adolf Busch und Pierre Max Dubois, die hier als Hommage an diejenigen aufgenommen wurden, die das Potenzial des ungewöhnlichen Duos aus Violine und Saxophon erkannt haben) werden Kompositionen zeitgenössischer Künstler gegenübergestellt, die speziell für Scarpa-Pigato geschrieben wurden. Die Vielfalt der Stile entfaltet sich durch posttonale Kompositionen (Paolo Paglia und Luca Moscardi), serielle Werke (Antonio Pessetto) und evokative Stücke (Alberto Piazza). Die ungewöhnliche Zusammenstellung der Violine mit den unterschiedlichen Klangfarben der Saxophon-Familie erzeugt einen ganz neuartigen und überraschenden Eindruck.