| Home / NEUHEITEN Brahms / Reger: Klarinettenquintette |
Obwohl Michael Collins bereits zahlreiche Aufnahmen sowohl als Klarinettist als auch als Dirigent eingespielt hat, fehlte noch eines der Meisterwerke des Klarinetten-Kammerrepertoires: Johannes Brahms’ Klarinettenquintett. Hier spielt er gemeinsam mit dem Escher-Quartett, dessen jüngste Aufnahme von Leoš Janáčeks Quartetten von der Kritik hoch gelobt wurde. Zwar bietet die Kombination aus Klarinette und Streichquartett ein reichhaltiges Potenzial, doch Wolfgang Amadeus Mozarts glanzvolles Klarinettenquintett warf einen langen Schatten, in den sich nur wenige Komponisten zu begeben wagten. Brahms’ Quintett, das er am Ende seiner Schaffenszeit komponierte, ist ein elegisches Meisterwerk. Es strahlt schmerzliche Nostalgie und ein ergreifendes Gefühl verlorener Liebe aus, um schließlich in einer melancholischen Gelassenheit zu münden. Seine emotionale Direktheit überrascht gelegentlich, ohne jedoch jemals an Subtilität einzubüßen. Max Reger orientierte sich bei seinem eigenen Klarinettenquintett an den Werken von Mozart und Brahms. In diesem letzten Werk vor seinem frühen Tod lotet Reger tonale Grenzen aus, ohne dabei die Struktur zu beeinträchtigen. Durch die nahtlose Einbindung der Klarinette schafft er ein wunderschön ausgewogenes Ensemble, das sowohl kraftvolle Ausbrüche als auch zarte Klangtexturen hervorbringen kann. Regers bemerkenswert reichhaltiges Werk, das an der Schwelle zum 20. Jahrhundert entstand, ist eine tiefgründige Hommage an die Vergangenheit.