Die fortlaufende „Schubert +“-Reihe des Pianisten Can Çakmur hat einen außergewöhnlichen Schubertianer zum Vorschein gebracht. In ihrer sechsten Ausgabe stellt die Reihe Werke von Franz Schubert denen von Komponisten gegenüber, die er inspiriert hat. Das aktuelle Programm rückt Robert Schumann in den Mittelpunkt. Schumann schätzte Schubert sehr und war einer der ersten, der ihn als einen der visionärsten Komponisten aller Zeiten erkannte, was allein schon diese Kombination gerechtfertigt hätte. Çakmur geht jedoch noch tiefer und nutzt das Programm als Ausgangspunkt für eine philosophische Diskussion über den Naturalismus in der deutschen Romantik. Auf dem Programm steht Schuberts brillante Sonate in D-Dur, D 850, die 1825 im Kurort Bad Gastein komponiert wurde. Die Komposition inmitten der Alpenlandschaft hat wahrscheinlich seine Fantasie beflügelt und spiegelt sich in den Themen Müller, Jäger, Wälder und Berge wider, die in seinen Liedern vorherrschen. Robert Schumanns „Waldszenen” knüpfen an diesen Inspirationsstrang an. In diesen neun Miniaturen kehrt Schumann zu der fröhlichen und schlichten Lyrik zurück, die an frühe Werke wie „Kinderszenen” erinnert. Das Programm endet mit Schumanns „Drei Phantasiestücke“, Op. 111, die laut Çakmur aufgrund der verblüffenden Ähnlichkeit zwischen dem zweiten Stück und dem langsamen Satz von Schuberts Sonate aufgenommen wurden. Dieses Programm verspricht eine fesselnde Reise ins Herz der deutschen Romantik durch die Werke zweier ihrer wichtigsten Vertreter, geführt von Can Çakmur.