Seit 2010 verfolgen Christian Lindberg und das Norrköping Symphony Orchestra ein einzigartiges und ehrgeiziges Projekt: die vollständige Aufführung und Aufnahme aller Orchesterwerke von Allan Pettersson, dem schwedischen Meister der Sinfonik, der für seine zutiefst persönlichen und emotional aufgeladenen Kompositionen bekannt ist. Die 1956 uraufgeführte Sinfonie Nr. 3 ist innerhalb von Petterssons umfangreichem sinfonischem Schaffen einzigartig, da sie seine einzige Sinfonie in vier Sätzen ist und einer eher traditionellen Struktur folgt. Obwohl es sich um ein Frühwerk handelt, das Einflüsse von Dmitri Schostakowitsch, Jean Sibelius und Gustav Mahler widerspiegelt, ist es keineswegs ein unbedeutendes Werk. Auch wenn die lyrischen Passagen, die später seinen Stil prägen sollten, noch nicht voll entwickelt sind, bietet die Sinfonie eine prägnante und scharf gezeichnete musikalische Landschaft, die sowohl beeindruckend als auch auffallend originell ist. Die 1972 uraufgeführte Sinfonie Nr. 8 ist wohl Petterssons berühmteste und am häufigsten aufgeführte Sinfonie. Ihre ausgedehnten, oft als ‚frei‘ oder ‚unendlich‘ beschriebenen Melodien vermitteln den Eindruck einer grenzenlosen Fortsetzung, doch das Werk ist alles andere als ruhig. Wie für Pettersson charakteristisch, besitzt die Sinfonie einen starken autobiografischen Charakter. Mit seinen eigenen Worten: ‚Das Werk, an dem ich arbeite, ist mein eigenes Leben, das gesegnete und das verfluchte: Ich widme mich ihm, um das Lied wiederzuentdecken, das die Seele einst sang.‘