Nach vielbeachteten Aufnahmen mit englischer Musik für Gambenensembles, insbesondere von Christopher Simpson, Henry Purcell und William Byrrd, präsentiert das Chelys Consort nun ein Programm, das sich mit der Art von Musik befasst, die vermutlich im Frankreich des 16. und 17. Jahrhunderts gespielt wurde. Die hier vorgestellten Werke umfassen Bearbeitungen und Fantasien zu populären Liedern, Tänzen und einer Suite und demonstrieren die extreme Vielseitigkeit der Viola da Gamba, die sich allein oder in einer Gruppe an alle Musikgenres anpassen konnte. Obwohl die Blütezeit dieses Instruments in Frankreich zwischen Mitte des 17. und Mitte des 18. Jahrhunderts lag – hier vertreten durch Werke von Marc-Antoine Charpentier, Nicolas Métru und Jean-Baptiste Lully –, räumt das Programm auch früheren Kompositionen einen hohen Stellenwert ein, mit Tänzen und Fantasien von Jacques Caroubel, Claude Le Jeune, Étienne Moulinié, Eustache Du Caurroy, Louis Couperin und Henri Dumont. Schließlich umfasst das Programm auch drei Stücke für Sologitarre von François Campion, gespielt vom Gastmusiker James Akers. Diese Stücke erinnern daran, dass die Barockgitarre, die in Gemälden von Jan Vermeer und Antoine Watteau vorweggenommen wurde, die Laute als das am weitesten verbreitete Musikinstrument in normalen Haushalten ablösen sollte. Ein Programm liegt nun vor, das Eleganz, raffinierte Melancholie, schönen Klang und einen subtilen Dialog zwischen den verschiedenen Instrumenten in den Vordergrund stellt.