Nach einer ersten Veröffentlichung, die Streichtrios ungarischer Komponisten gewidmet war, präsentiert das Trio Boccherini nun ein Programm mit Werken, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Frankreich und Belgien entstanden sind. In einer Kultur, die die Kunst der Konversation so meisterhaft pflegte, überrascht es kaum, dass frühe französische Streichtrios oft als ‚Conversations à trois’ bezeichnet wurden. Das Programm beginnt mit einem Trio von Jean Cras, einem bretonischen Komponisten, der während seiner Zeit als Offizier in der französischen Marine ein umfangreiches Werk von hoher Qualität schuf. Sein Streichtrio ist ein bedeutendes Werk, das eine breite Palette von Stilen vereint, darunter nordafrikanische Einflüsse sowie Anklänge an Johann Sebastian Bach und Béla Bartók. Das nächste Werk, Eugène Ysaÿes „Le Chimay“, ist ein intensives Stück, das den Interpreten sowohl technisch als auch emotional viel abverlangt. Das Werk erhielt seinen Namen aufgrund des Ortes seiner Uraufführung, die lange nach dem Tod des Komponisten stattfand. Jean Françaix’ Trio lehnt den damals vorherrschenden Modernismus ab und wirkt leicht, luftig, verspielt, ja sogar frech. Das Werk ist zugleich humorvoll und tiefgründig und zeichnet sich durch seine einzigartige poetische Qualität aus. Das Programm endet mit einer Bearbeitung für Streichtrio von Claude Debussys berühmtem „Clair de lune“, einem Werk von zeitloser Schönheit.