Das Album „Vernissage“ präsentiert vier Werke von Zbigniew Bargielski, einem der originellsten zeitgenössischen polnischen Komponisten, dessen Musik sich durch eine lebhafte klangliche Vorstellungskraft, eine Vorliebe für Kontraste und die Gestaltung der Form aus klar definierten, oft abschnittsweise gegliederten Segmenten auszeichnet. Die Aufnahme umfasst Kompositionen, die verschiedene Facetten seines Schaffens repräsentieren: „Schizofonia“ (2012), „Epitaphium“ (1982), „Klavertett“ (2020–2021) und „Fonoplasticon“ (2016). In „Schizofonia“ entwickelt der Komponist zwei parallele musikalische Stränge: ein lyrisches, modales Thema mit fast gesangsartigem Charakter und eine unruhige, ‚schimmernde’ Textur. Im Verlauf des Stücks verflechten sich die beiden allmählich und lassen die Grenzen der Wahrnehmung verschwimmen. „Epitaphium“, geschrieben als Reaktion auf die Ereignisse des Kriegsrechts in Polen, ist eine tief bewegende musikalische Meditation in Form einer Klage, die auf der ausdrucksstarken Figur eines Halbtonsmotivs basiert. „Klavertett“ präsentiert Bargielskis Idee der sogenannten ‚Neuen Form’ – ein Werk, das aus wiederkehrenden Segmenten und Episoden unterschiedlichen Charakters aufgebaut ist und eine Erzählung mit fast theatralischem Verlauf schafft. „Fonoplasticon“ wiederum offenbart eine leichtere Seite der Sprache des Komponisten: ein farbenfrohes musikalisches Mosaik voller Humor und stilistischer Anspielungen, inspiriert von der Idee der ‚klassischen Unterhaltungsmusik’.