Sinnlich – das ist zweifellos das Wort, das die Musik auf diesem Album, das den frühen Werken von Josquin des Prez gewidmet ist, am treffendsten beschreibt.
Bereits mit Anfang dreißig entwickelte der Komponist einen ganz eigenen Sinn für Klang und Sprache. Er verstand es, Rhythmen zum Schwingen zu bringen – mal umhüllend, mal befreiend. Seine Melodien sind voller Leben, mal zart, mal geschmeidig geschwungen, und seine Duette wirken wie ausgetauschte Blicke zwischen den Stimmen. Josquin komponiert mit größter Finesse und spielt virtuos mit den Kontrasten zwischen Intimität und Strahlkraft. Wie in der Kunst seiner Zeit bewahrt seine Musik selbst bei religiösen Themen eine sinnliche Schönheit, erfüllt von Gefühl und Menschlichkeit.