„Music from the City of the Spanish Viceroys“ widmet sich dem Mailand der spanischen Habsburger, einem heute wenig beachteten Zentrum italienischer Musik. Nach dem Tod von Francesco II. Sforza im Jahr 1532 gelangte das Herzogtum über Frankreich an das Heilige Römische Reich und stand fortan unter der Verwaltung spanischer Vizekönige. Zwischen den Pestjahren 1576 und 1630 entwickelte sich unter Erzbischof Federico Borromeo ein ausgeprägtes kulturelles Leben.
Das Programm zeichnet ein kompaktes Bild dieser musikalischen Landschaft – geistlich und weltlich. Im Fokus steht die für Mailand charakteristische „canzon‑motteto“‑Praxis, die Vokalensembles und Instrumente in dialogische Formen bringt. Ergänzend erscheinen doppelchörige Motetten, Canzonas sowie selten aufgeführte, expressiv gestaltete Madrigale von Francesco Rognoni Taeggio, bekannt als Violinvirtuose und Meister der improvisierten Diminution.
Zu hören sind Werke von Giovan Paolo Cima, Andrea Cima, Agostino Soderini, Francesco und Giovanni Domenico Rognoni Taeggio sowie Giuseppe Gallo.