Das Album „Ustica“ markiert eine weitere Etappe in der fest etablierten Beziehung zwischen Benoît Mernier und dem Plattenlabel Cypres, das seit 25 Jahren die Entwicklung der musikalischen Sprache des Komponisten und die Entfaltung seiner künstlerischen Identität begleitet. Es erscheint zeitgleich mit der Uraufführung seiner neuen Oper „Bartelby“ an der Opéra Royal de Wallonie. „Ustica“ offenbart einen Moment der Reife, in dem sich formale Strenge, Poesie und Erinnerung miteinander verbinden.
Die beiden symphonischen Sätze kontrastieren ein kontemplatives, von Baudelaire geprägtes Adagio (Comme d’autres esprits) mit einem hellen, virtuosen Scherzo (Sur un ciel immense), einer freudigen Hommage an Philippe Boesmans. "Offering" für Altstimme und Ensemble ist die Vertonung dreier spiritueller Gedichte von Rabindranath Tagore in einem kontinuierlichen Fluss, der von Sehnsucht und Hoffnung zu Freude übergeht. "Deux poèmes pour violon et piano", Jacques De Decker gewidmet, erforscht die Erinnerung durch einen spielerischen und unbeschwerten Kompositionsstil, der aus Fragmenten und Schnipseln besteht. Schließlich entfaltet "Ustica", inspiriert von einem Gedicht von Octavio Paz, eine orchestrale Meditation über Leben, Tod und Erinnerung.