Das Album „Circa Diem – fast ein Tag“ des Trios Les Heures Bleues ist ein musikalisches Programm, das vom Tagesverlauf der Sonne inspiriert ist. Es folgt dem Zyklus von Nacht, Morgendämmerung, Mittag, goldener Stunde und Dämmerung und verbindet diese Phasen mit entsprechenden Klangstimmungen.
Der rote Faden ist Tomaso Albinonis Opus 1. Vier ausgewählte Sonaten dieses frühen Werks – das bereits mögliche spätere Entwicklungen andeutet – stehen im Dialog mit den verschiedenen Tageszeiten. Der Tageszyklus wird dabei als Metapher für die großen Lebensphasen verstanden: Entstehung, Geburt, Reife, Ruhe und Vergänglichkeit.
Um das Programm in die Gegenwart zu holen, haben fünf zeitgenössische Komponisten (Virginie Tasset, Max Charue, Patrick Leterme, Jimmy Bonesso und Muhiddin Dürrüoğlu) neue Stücke geschrieben, die jeweils von einer bestimmten Lichtphase und der entsprechenden Albinoni-Sonate ausgehen. Diese Beiträge erweitern Albinonis Barockmusik und verleihen dem Konzept eine moderne Perspektive.