Für ihr zweites Album bei Cypres hat Laurence Mekhitarian ein Programm konzipiert, das die Musik von Robert Schumann mit der von György Kurtág in Verbindung bringt, denn für sie liegt es auf der Hand, dass die Klangwelten beider Komponisten eine tiefe emotionale Verwandtschaft haben. Manche Werke Kurtágs, wie das Trio Hommage à R. Sch. und Quasi una fantasia, zeugen unmittelbar davon. Neben Schumanns Waldszenen hat Laurence Mekhitarian drei Stücke aus Leoš Janáčeks Zyklus „Auf verwachsenem Pfade“ ausgewählt, die sie im Wechsel mit Miniaturen Kurtágs aus seinen zehn Játékok-Sammlungen spielt.
Die Pianistin hat sich dabei frei leiten lassen – von Echos, Resonanzen, Kontrasten und klanglichen Verwandtschaften. Kurtág ist seit fast vierzig Jahren Teil ihres musikalischen Lebens, sowohl als Interpretin wie auch als Schülerin. Sein hoher Anspruch, seine Tiefe und seine Menschlichkeit haben sie nachhaltig geprägt. Für sie verkörpert er eine seltene und wesentliche Art, durch Kunst in der Welt zu sein.
Dieses Programm ist mit Neugier und Staunen gestaltet und lässt die Werke miteinander in Dialog treten. Kurtágs Stücke – Fleurs, Objet trouvé, Jeu avec l’infini – öffnen einen Klangraum jenseits der Tasten. Sie führen uns zu den Waldszenen, wie zu einer Tür in eine noch zu entdeckende Welt. Jede Miniatur Kurtágs ist eine Hommage, eine Erinnerung, eine Botschaft. Die Reise endet mit einer Transkription eines Largo von Johann Sebastian Bach, gefolgt von einem Stück von Artur Avanesov (Modulatio, als Hidden Track).