Miriam Prandis zutiefst persönliche Interpretation von Bachs Suiten für Solo-Cello offenbart eine musikalische Persönlichkeit, die von Freiheit und Ehrfurcht vor dem Werk geprägt ist; ihre Phrasierung erinnert nicht nur an die Eleganz der Linienführung in Bachs Arien und Rezitativen, sondern auch an die komplexen Figurationen seiner Klavierwerke. Sie greift ganz bestimmte Elemente der historisch informierten Aufführungspraxis auf ganz natürliche Weise auf, ohne sich jedoch von deren Vorgaben einschränken zu lassen. Sie lässt die Musik auf eine Weise sprechen, die heute jeder verstehen kann: jenseits stilistischer Etiketten und sogenannter Modernität, mit Klarheit, Überzeugung und aus tiefstem Herzen.