Diese Aufnahme vereint zwei späte Meisterwerke von Brahms: die Klarinettensonaten op. 120 und die Intermezzi für Klavier op. 117, entstanden in der stillen Umgebung von Bad Ischl.
Die Sonaten, voller Zärtlichkeit und stiller Intensität, schrieb Brahms für den Klarinettisten Richard Mühlfeld, dessen warmer, lyrischer Ton sein verstummtes Schaffen neu entfachte. Es ist Musik des Dialogs, nicht der Deklamation.
Nicola Boud und Anthony Romaniuk spielen auf Instrumenten, wie sie auch Brahms und Mühlfeld kannten: einer Kopie von Mühlfelds Buchsbaumholz-Klarinette aus dem 19. Jahrhundert und einem Steinway-Flügel von 1875. Diese Instrumente verleihen dem Klang eine weiche, transparente Qualität, die zu einem intimeren Hörerlebnis einlädt. Ausdrucksmittel der Aufführungspraxis des 19. Jahrhunderts – Rubato, Flexibilität, Arpeggierung – werden hier nicht als Effekte eingesetzt, sondern als natürliche Erweiterung der emotionalen Musik-Landschaft.
Brahms selbst nannte die Intermezzi op. 117 einst „drei Wiegenlieder meines Schmerzes“. Diese zurückhaltenden und zugleich leuchtenden Stücke destillieren seinen späten Stil zu elegischen Monologen, die stille Räume eröffnen, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Gemeinsam geben diese warmen, nachdenklichen und tief empfundenen Werke einen berührenden Einblick in Brahms’ letzte Schaffensjahre.