In seinem Gesamtwerk von mehr als achtzig Messen hat Roland de Lassus nur zwei Requiems hinterlassen, die leider nicht als Totenmesse für eine bestimmte Person zu zuordnen sind.
Eines dieser Requiems, die vierstimmige Missa pro defunctis wurde 1577 in Paris veröffentlicht; die Bibliothek einer Abtei in Augsburg besitzt von dieser Messe eine transponierte Handschrift, die für ein Ensemble tiefer Stimmen (Tenöre, Baritone und Bässe) bestimmt ist. Zudem enthält diese handschriftliche Kopie ein Dies Irae, das in der Pariser Ausgabe fehlt. Das zweite und fünfstimmige Requiem wurde 1589 veröffentlicht, fünf Jahre vor Lassus’ Tod. Vox Luminis vereint hier diese beiden Kompositionen mit den kontrastierenden Klangfarben der beiden Vokalbesetzungen: die „Ernsthaftigkeit“ des vierstimmigen Requiems und das „Licht“ des fünfstimmigen.