Die Musik von Artur Lemba wird seltsamerweise selbst in seiner Heimat Estland vernachlässigt – obwohl er zu Lebzeiten (1885–1963) als Pianist und Lehrer hoch geschätzt war. Diese Vernachlässigung ist umso überraschender angesichts der weitläufigen, leidenschaftlichen Lyrik seines Schaffens: Wer die Musik von Tschaikowski und Rachmaninow schätzt, wird sich wahrscheinlich für Lembas temperamentvollen romantischen Stil begeistern. Diese zweite Veröffentlichung in einer wegweisenden Reihe, die seine Kammermusik entdeckt, präsentiert drei weitläufige, großherzige Werke (das Streichquartett in fis-Moll (aus dem Jahr 1934), das Klavierquartett in c-Moll (1938) und das Klavierquintett in D-Dur (1946)), die einen ausgeprägt individuellen Charakter haben.