Der in Wien geborene Carl Czerny ist vor allem für seine unzähligen pädagogischen Etüden bekannt (und berüchtigt), von denen es buchstäblich Hunderte gibt. Doch seine erstaunliche Produktivität – sein Werksverzeichnis erreicht die Opuszahl 861 (und es gibt noch viel mehr Stücke) hat die Tatsache überschattet, dass er ein bedeutender Komponist war, dessen Werke eine natürliche Brücke zwischen Ludwig van Beethoven (seinem Lehrer) und Franz Liszt (seinem Schüler), zwischen der Klassik und der Romantik schlagen. Die vier hier aufgenommenen Stücke – zwei für zwei Klaviere und zwei für Klavier zu vier Händen – sollten die Salons des biedermeierischen Wien beeindrucken. Die Titel von drei davon enthalten nicht zufällig das Wort „brillant“: Czernys Absicht war es, zu blenden und gleichsam zu unterhalten, und genau das tut diese funkelnde Musik.