Der polnische Komponist Moritz Moszkowski ist heute vor allem für einige virtuose Klavierstücke bekannt, doch sein Œuvre umfasst auch eine Reihe von Orchesterwerken, von denen viele über ein Jahrhundert lang kaum aufgeführt wurden.
Die vierte Folge der Reihe mit seiner „Orchestral Music“ widmet sich seiner einzigen Sinfonie, einem bemerkenswert selbstbewussten Werk aus der Jugendzeit des Komponisten. Entstanden in Moszkowskis späten Teenagerjahren, zeigt die Sinfonie in d-Moll bereits eine ausgeprägte Sicherheit im Umgang mit Form, Klang und Orchester. Deutlich hörbar sind Einflüsse von Robert Schumann, etwa in den tänzerischen Rhythmen, der farbenreichen Instrumentation und dem festlichen Charakter; das Scherzo erinnert stellenweise an die Leichtigkeit von Felix Mendelssohn.
Ergänzt wird das Programm durch „Laurin: Sechs Episoden aus dem Ballett“, die einzigen erhaltenen Teile des verschollenen abendfüllenden Balletts „Laurin“. Moszkowski bewahrte diese Musik, indem er die Episoden für den Konzertgebrauch bearbeitete und daraus eine Suite formte, die zwischen Tanzcharakter, melodischem Einfallsreichtum und orchestraler Farbigkeit vermittelt.
Die Einspielung mit der Sinfonia Varsovia unter der Leitung von Ian Hobson stellt zwei unterschiedliche Facetten von Moszkowskis Orchesterschaffen vor und lenkt den Blick auf einen Komponisten, dessen umfangreicheres Werk weit über die bekannten Klavierminiaturen hinausgeht.