Ein apartes, vielfältiges und kontrastreiches Programm, exzellent ausbalanciert, hochmusikalisch und inspiriert durch den gleichberechtigten und ‚hörenden‘ Dialog der Stimmen. Das im Jahr 2024 gegründete Ensemble Ars ad Mundum erweitert mit seinem Debütalbum das Repertoire für Oboe und Streichtrio und überrascht mit einer breiten Klangpalette. „Collage” präsentiert zwei Originalkompositionen für diese seltene Besetzung sowie zwei faszinierende Bearbeitungen für Oboenquartett und ein Duo für Oboe und Violine als Ersteinspielung.
Neben dem Showpiece der Gattung, Wolfgang Amadeus Mozarts genre- und stilprägendem F-Dur-Quartett KV 370, das extreme Anforderungen an die Virtuosität des Oboisten stellt, haben die vier Musiker Benjamin Brittens „Phantasy Quartet“ für Oboe und drei Streicher aufgenommen, in dem sich die Stimmen zu schillernden Klangtexturen mischen. Robert Schumanns „Drei Romanzen für Oboe (Violine) und Klavier, op. 94“, ein Höhepunkt romantischer Oboenliteratur, erhalten in Hans-Peter Franks Bearbeitung für Oboe und drei Streicher eine immense Dynamik. Anlässlich des 100. Geburtstags des georgischen Komponisten Sulchan Zinzadse im Jahr 2025 bringt Ars ad Mundum dessen berühmte „Miniaturen für Streichquartett“ in der Bearbeitung von Giorgi Kalandarishvili als Ersteinspielung. Gegenüber der Streichquartettfassung verstärkt der Einsatz der Oboe die Expressivität der Musik, die in den vier Stimmen an georgische Volksinstrumente und Gesang erinnert. Eine weitere Ersteinspielung ist Anatol Stefan Riemers (* 1970) „Alpensplitter“ (2014), das Motive aus der Alpensinfonie op. 64 von R. Strauss verwendet. In dem Duo für Oboe/Englischhorn und Violine verdichtet der Frankfurter Komponist die monumentale Partitur der „Alpensinfonie“ zu einem zentralen, suggestiven musikalischen Bild einer Gipfelbesteigung. Dabei kommen neben traditionellen Spieltechniken auch neue wie Schlaggeräusche mit dem Bogenholz, Luftgeräusche und Mehrklänge auf der Oboe zum Einsatz.