Die Stiftskirche Unserer Lieben Frau in Antwerpen entwickelte sich im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts zu einem der bedeutendsten Musikzentren in den Niederlanden. Diese Aufnahme zeichnet die Geschichte der Musikdirektoren und Sänger nach, die mit der Kirche – der späteren Kathedrale – verbunden waren. Ihre Musik veranschaulicht, wie sich die Polyphonie von ihren spätmittelalterlichen Wurzeln bis in den Frühbarock weiterentwickelte. Gregorianische Gesänge aus der Antwerpener Tradition sind neben den polyphonen Werken enthalten, um an die täglichen Gottesdienste und deren Musik zu erinnern: Im Chorraum, in den Kapellen und bei den über den Tag verteilten Gottesdiensten der Bruderschaften und Zünfte wurde stets gesungen. Der Name und das Bild der Jungfrau Maria waren allgegenwärtig, nicht nur in der Liturgie der Kirche, sondern auch im täglichen Leben der Stadt. Diese Verbindung ist auch heute noch sichtbar in den vielen Marienstatuen an Fassaden und Straßenecken – sogar an der Fassade des Rathauses – sowie in der Feier des Muttertags am Fest der Mariä Himmelfahrt. Das Programm schließt mit dem Frühbarock, der Epoche, in der auch Peter Paul Rubens wirkte. Peter Philips’ Assumpta est Maria steht in demselben künstlerischen Kontext wie Rubens’ monumentale Mariä Himmelfahrt, die ihren Platz über dem Hochaltar der Kathedrale von Antwerpen einnimmt.