Der Begriff Violoncello war im frühen 18. Jahrhundert besonders unscharf: Er bezog sich auf eine Vielzahl von Streichinstrumenten unterschiedlicher Größe und Form, in der Regel mit vier oder fünf Saiten; einige dieser Instrumente wurden zwischen den Knien gehalten, andere wurden mit dem Arm gestützt. Wir können also nicht ganz sicher sein, auf welche Art von Instrument sie sich bezog, als Bachs Frau Anna Magdalena „Suites à Violoncello Solo senza Basso“ (Suiten für Violoncello Solo ohne Bass) auf das Titelblatt ihrer Manuskriptabschrift schrieb. Es heißt, dass Bach selbst sowohl die Violine als auch die Bratsche außerordentlich gut spielte, und es ist durchaus möglich, dass er die Suiten ursprünglich für seinen eigenen Gebrauch komponierte und sie auf einem am Arm gehaltenen Violoncello Piccolo mit Bratschengriffen spielte. Es ist jedoch auch möglich, dass er diese Werke für andere ihm bekannte Virtuosen komponierte, darunter Gregor Christoph Eylenstein, Konzertmeister der Weimarer Hofkapelle, und der Leipziger Geiger Carl Gotthelf Gerlach. Sie waren nicht nur hervorragende Geiger, sondern auch als Meister auf dem Cello und der Viola d'amore bekannt.
Diese Überlegungen - und die Beobachtung, dass sich bestimmte Suiten besonders gut für bestimmte Instrumente zu eignen scheinen - inspirierten Ronan Kernoa dazu, die sechs Suiten auf sechs verschiedenen Instrumenten aufzunehmen.