| Home / NEUHEITEN Brahms: Haydn-Variationen |
Der bedeutende schwedische Dirigent Herbert Blomstedt, der sich als regelmäßiger Gastdirigent eng mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks verbunden fühlt, dirigierte Johannes Brahms’ Variationen B-Dur über ein Thema von Joseph Haydn op. 56a in Konzerten am 13. und 14. Februar 2014 im Herkulessaal der Münchner Residenz. Das neue Album bietet sowohl den Live-Mitschnitt dieser beeindruckenden Interpretation durch den renommierten Dirigenten als auch einen Live-Mitschnitt einer Orchesterprobe vom 10. Februar 2014 – Teil der beliebten Sendereihe „Dirigenten bei der Probe“, mit der ein Blick in die Orchesterwerkstatt geworfen wird. Brahms’ Variationen über ein Thema von Haydn entstanden im Sommer 1873 in Tutzing. Die Uraufführung fand am 2. November 1873 unter Leitung des Komponisten in Wien statt. Später lieferte Brahms noch eine Fassung für zwei Klaviere (op. 56b) nach, die 1874 ebenfalls in Wien uraufgeführt wurde. Die Variationen verarbeiten die Melodie des sogenannten „Chorale St. Antoni“ aus dem zweiten Satz eines Divertimento in B-Dur (Hob.II:46), das höchstwahrscheinlich fälschlich Joseph Haydn zugeschrieben wurde. Der Choral stammt möglicherweise nicht einmal vom Komponisten des Divertimento; es mag sich dabei ursprünglich um ein Wallfahrtslied gehandelt haben, das zu Ehren des Heiligen Antonius von Padua in West-Ungarn (heute Burgenland) gesungen worden sein könnte. Gleichwohl sind die Variationen (Thema mit neun Variationen und Finale) ein bedeutendes und wohlbekanntes Orchesterwerk des romantischen Komponisten, das im heutigen Konzertrepertoire nicht fehlen darf. Einen tieferen Einblick in das großartige Werk erlauben die ausführlichen Probenmitschnitte auf dem Album. Ganz unmittelbar ist dabei mitzuerleben, wie die Wünsche, Vorstellungen und Anweisungen des Dirigenten umgesetzt werden, wie seine Erläuterungen und sein Temperament das Klangergebnis verändern und welche Gedanken hinter der Werkdeutung stehen.