In der vierten Folge der vielgelobten Schumann-Edition widmet sich Jimin Oh-Havenith seinen Variationen für Klavier. Drei der eingespielten Werke nehmen in Robert Schumanns Biografie einen speziellen Platz ein: Sowohl seine erste veröffentlichte Komposition, die Abegg-Variationen, als auch sein letztes vollendetes Werk, die sogenannten Geistervariationen, gehören dieser Gattung an. Auch die chronologisch in der Mitte seiner Klavierproduktion der 1830er Jahre stehenden zwölf Symphonischen Etüden – ein von Pianistinnen und Pianisten seit jeher hoch geschätztes sowie aufgrund seiner technischen Herausforderungen gefürchtetes Werk – bilden Variationen über ein Thema. Während der junge Schumann in den Abegg-Variationen aus dem Namen einer Heidelberger Studienbekanntschaft ein funkelnd-virtuoses Spiel mit Tonbuchstaben zauberte, sind die Geistervariationen eine ergreifende Zwiesprache des schwerkranken Komponisten mit den großen Vorbildern Franz Schubert und Felix Mendelssohn Bartholdy. Dieses enorme Ausdrucksspektrum gibt Jimin Oh-Havenith erneut Gelegenheit, die Intensität und Originalität ihrer Schumann-Interpretation zu demonstrieren.