Mit prachtvoller Kirchenmusik beschließt „la festa musicale“ die fünfteilige Werkdokumentation zum kompositorischen Schaffen Gregor Joseph Werners. Den krönenden Abschluss der Reihe bilden zwei groß besetzte Messen, die mit musikalischen Überraschungen zwischen harmonischer Dramatik und strahlender Ausgelassenheit gespickt sind. Sie bestechen mit kunstvollen Fugen, ansprechend fokussierten Arien und tiefgründigen Ensembles. Werner erweist sich dabei als gewiefter Kenner der Tradition Giovanni Pierluigi da Palestrinas und wegweisender Neuerer für die kommende Wiener Klassik. Ergänzt wird das Programm durch die Motette „Iam hyems transiit“. Sie wurde im Rahmen der gleichnamigen Messe uraufgeführt und ist wie diese mit zwei Trompeten und Pauken, Geigen und Generalbass besetzt. Den vierten Fund dieses Albums voller Ersteinspielungen bildet eine kleine, spielfreudige Streichersinfonia. Den Gesangspart der Vokalwerke gestaltet ein Doppelquartett, angeführt von international renommierten SolistInnen. Unter der musikalischen Leitung von Anne Marie Harer gelingt der gut gelaunte Beweis, dass die Musik Werners, lange verstummt und im Schatten Haydns stehend, zwingend wieder ans Tageslicht und ins kirchenmusikalische Konzertrepertoire gehört.