Der Titel „Vida“ des Porträt-Albums von Misha Cvijović vereint Bedeutungsebenen aus verschiedenen Sprachen – Leben, Sicht, Heilung und Mythos. Ebenso vielschichtig ist auch die Musik der Komponistin, die aus der Beschäftigung mit unterschiedlichen klanglichen und künstlerischen Perspektiven resultiert.
Als Teil einer jungen Generation von Komponisten und Komponistinnen aus dem ehemaligen Jugoslawien, die die hiesige zeitgenössische Musikszene maßgeblich mitprägen, nutzt Cvijović den für die Balkanregion so typischen ⅞-Takt. Sie überträgt diesen in eine kaleidoskopische Klangwelt, in welcher die Trompete (Marco Blaauw) mit kurzen akrobatischen Soli hervorsticht. Das Album enthält Werke, die vom klassischen Mainstream wegführen und größere Wagnisse in Improvisation und Form eingehen, etwa mit einer Erweiterung des Ensembles durch die Klangfarben von Akkordeon, Baritonsaxofon und E-Gitarre in „Penumbra“. Mit „Iktsuarpok“ und „Incandescent“ verlagert sich der Fokus schließlich auf elektronische und elektroakustische Klangräume.
Fünf der hier vorgestellte Werke wurden in Kooperation mit dem Ensemble Musikfabrik und Deutschlandfunk Kultur eigens für dieses Album aufgenommen. Auch das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Enno Poppe ist zu hören, ebenso Sebastian Berweck am Minimoog und das Trio Splitsignals Berlin.