Im Jahr 1927, zum 100. Todestag Beethovens, machte der französische Musikwissenschaftler Saint-Foix auf eine anonyme Manuskriptsammlung von sechs Streichquartetten aufmerksam, die einst dem Verleger Domenico (III) Artaria gehörte und heute in der Staatsbibliothek zu Berlin liegt. Er vermutete, es handle sich um allererste Jugendversuche Beethovens in dieser Gattung, die er erst mit Opus 18 in seinen frühen Dreißigern wirklich begründete. Daraufhin wurde die Sammlung in den Beethoven-Katalog aufgenommen, allerdings als Werk mit zweifelhafter Zuschreibung, wo sie bis heute auf weitere Forschung wartet. Mit der Weltersteinspielung der Sechs Quartette Anh. 2 bringt das Alla Maniera Italiana Quartet diese geheimnisumwitterte Kammermusik wieder ans Licht – in einer historisch informierten Interpretation, die auf einer genauen Studie der Berliner Stimmen beruht und einen originellen Beitrag zum bevorstehenden Beethoven-Zweihundertjahrjubiläum leistet.