In einem Jahrhundert, in dem zahlreiche bedeutende französische und deutsche Komponisten für zwei Flöten schrieben, stechen die sechs Sonaten von Wilhelm Friedemann Bach als die bedeutendsten, komplexesten und technisch anspruchsvollsten Werke dieses Repertoires hervor. Seit ihrer Wiederentdeckung und Veröffentlichung vor fast hundert Jahren haben sie sich fest im Flötenrepertoire etabliert und werden gleichermaßen auf historischen wie modernen Instrumenten geschätzt und aufgeführt. Der Spezialist Peter Wollny betrachtet sie als das Schlüsselwerk in Friedemann Bachs Schaffen – als eine Art Summa seines gesamten Œuvres, reich an Zitaten und Anklängen an frühere Werke. Nach dem Album mit den Sonaten von C. P. E. Bach (A 537, ausgezeichnet mit dem Diapason d’or) widmet sich Manuel Granatiero nun, gemeinsam mit der italo-kroatischen Flötistin Eleonora Bišćević, diesem Meisterwerk des ältesten Sohnes von Johann Sebastian Bach. Rund 35 Jahre nach der ersten und bislang einzigen Einspielung auf historischen Instrumenten (durch Barthold Kuijken und Marc Hantaï) bietet diese neue Aufnahme eine frische Perspektive auf Musik von außergewöhnlicher Brillanz, Leidenschaft und Virtuosität.