In der keltischen Mythologie ist die „Banshee“ eine Botin zwischen den Welten. Die vier Musikerinnen von The BanXhies haben sich um diese Figur versammelt und nutzen die Musik als Brücke von der äußeren zur inneren Welt. Auf ihrem Debütalbum 48° Nord erkunden Roxana Rastegar, Yaoré Talibart (Violinen), Suzanne Wolff (Cello) und Louise Acabo (Cembalo) die ästhetischen Verbindungen zwischen Venedig und Wien anhand der Figur von Antonio Caldara: Hier ließ sich Antonio Caldara nieder, am Ende einer Reise, die weit südlicher begann, in Venedig, wo er 1670 geboren wurde. Caldara erfuhr bereits in jungen Jahren Anerkennung, wobei seine Karriere von entscheidenden Begegnungen und ständigen Reisen geprägt war. In Venedig wurde er von den Werken Giovanni Legrenzis beeinflusst und begegnet Antonio Vivaldi, der wie Caldara selbst später ebenfalls nach Wien reisen sollte. Dort fand Caldara ein kosmopolitisches und florierendes Milieu vor, in dem der Einfluss reisender Musiker wie Georg Muffat bereits den Weg für einen Dialog zwischen italienischen und germanischen Stilen geebnet hatte.