| Home / NEUHEITEN Schubert: Die schöne Müllerin |
Georg Nigl und Alexander Gergelyfi präsentieren „Die schöne Müllerin“ in einer Fassung, die sich deutlich von der gewohnten Aufführungspraxis unterscheidet. Durch die Verwendung eines Tafelklaviers, das um 1810 von Carl Withum gebaut wurde, habe er – so der Bariton – „den Liedgesang neu entdeckt“, da die Klangfarben dieses Instruments neue Perspektiven eröffnen.
Seit der Veröffentlichung von Schuberts berühmtem Liederzyklus im Jahr 1824 hat sich die Art und Weise seiner Interpretation und Rezeption stark verändert – nicht zuletzt durch die Klanggewalt moderner Konzertflügel und das enorme Größenzunahme der Konzertsäle. Während zu Schuberts Zeiten die Ausdrucksintensität und die Kraft der Worte selbst im Vordergrund standen, gehe es heute „so weit, dass man meinen könnte, das Instrument – also die Begleitung – werde zum Ausgangspunkt der musikalischen Aussage“, so Nigl.
Er entschied sich daher, auch jene Texte von Wilhelm Müller einzubeziehen und zu rezitieren, die nicht vertont wurden, insbesondere den Prolog, den Epilog sowie einige weitere Gedichte. In Anlehnung an die Tradition des „Liederspiels“, das in den Berliner Salons des 19. Jahrhunderts sehr beliebt war, bieten Nigl und Gergelyfi mit dieser Fassung ein grundlegend anderes Hörerlebnis.