Die griechisch-russische Pianistin Sasha Stychkina wurde 2003 in Moskau in eine Familie von Musikern und Filmemachern hineingeboren und ist die jüngste Finalistin und Gewinnerin in der Geschichte des in Paris stattfindenden Internationalen Klavierwettbewerbs Marguerite Long im November 2019. Nun präsentiert sie ihr erstes Rezital, das im Teldex-Studio in Berlin unter der künstlerischen Leitung ihres Lehrers, des charismatischen und renommierten Pianisten Kirill Gerstein, aufgenommen wurde. Das entschieden vielseitige Programm – Weber, Bartók, Ravel, Chopin, Liszt – ist abwechselnd virtuos, tänzerisch und spirituell. Sasha Stychkina stellt uns außerdem einen wenig bekannten Komponisten vor: Alexei Wladimirowitsch Stanchinsky (1888–1914), eine mystische Gestalt, die als wahnsinnig galt – er verbrachte ein Jahr in einer psychiatrischen Anstalt – und im Alter von 26 Jahren ertrank. Als Schüler von Taneyev, gefördert von Skrjabin und eingeführt bei Tolstoi, hätte der Komponist eine vielversprechende Zukunft vor sich gehabt. Die von Sasha Stychkina ausgewählten Fünf Préludes (1907–1912, postum 1928 veröffentlicht) sind besonders evokativ und visionär.