Mit seinem dritten Soloalbum bei Alpha kehrt Anthony Romaniuk, der Alleskönner in Sachen Tasteninstrumente, zum Klavier zurück und widmet sich ganz den sieben Kirchentonarten. Diese leiten sich aus der Durtonleiter ab, bildeten schon die Grundlage der antiken griechischen Musik und sind heute aus Folk, Jazz und vielen anderen Genres nicht mehr wegzudenken – jede Tonart birgt eine eigene Welt voller Charakter und Stimmung. Den Ausgangspunkt bildet John Adams’ Phrygian Gates. Von hier aus hat Romaniuk ein Programm entwickelt, das Stücke von Arvo Pärt, György Ligeti, Radiohead und Björk mit eigenen Kompositionen verbindet, die er mit Bearbeitungen traditioneller katalanischer sowie englisch-schottischen Volkslieden und freier Improvisationen ergänzt. Auf seiner weitergehenden Suche nach einem unverwechselbaren persönlichen Klang setzt er zwei Flügel ein, darunter einen Klavins-Stehflügel aus der Sammlung von Nils Frahm. Dessen riesige Resonanzdecke und bis zu vier Meter langen Basssaiten erzeugen einen überwältigenden, fast körperlich spürbaren Klang. Durch den zusätzlichen Einsatz analoger und digitaler Effekte sowie neuartiger Aufnahmetechniken entsteht eine einzigartige Klanglandschaft, die an eine raumgreifende Klanginstallation erinnert.