Sergeij Prokofjew, ein Komponist, mit dessen Werk sich Giorgi Gigashvili seit zehn Jahren intensiv beschäftigt, steht im Fokus seines zweites Rezital-Albums. Die drei Meisterwerke, die den Beinamen „Kriegssonaten“ tragen, sind für ihn „Kämpfe schlechthin“, Sonaten, denen man „mit Leib und Seele“ begegnen muss: „Die Komposition hat etwas fast Unmenschliches an sich. Manchmal hatte ich das Gefühl, Prokofjew wollte nicht, dass ich Klavier spiele, sondern dass ich mit dem Instrument ringe.“ Der sehr persönliche Titel des Albums – With all my breath and all my blood (Mit meinem ganzen Atem und meinem ganzen Blut) – spiegelt die Stimme dieses jungen georgischen Pianisten wider, der die jüngste Geschichte seines Landes mit großem Schmerz erlebt hat: „Diese Musik wurde zu einem Ort, an dem ich meine Wut ausleben konnte.“ Als illustre Gastmusikerin hat Gigashvili seine Landsfrau und Freundin Lisa Batiashvili eingeladen, mit der er eine Transkription für Violine und Klavier des berühmten „Rittertanzes“ aus Romeo und Julia sowie ein neues, speziell für das Duo komponiertes Werk von Josef Bardanashvili aufgenommen hat: To Giya, eine Hommage an Giya Kancheli.