Nach dem (freiwilligen) Ausscheiden seines Gründers Damien Guillon hat sich Le Banquet Céleste als Kollektiv von Musikern und Sängern neu erfunden, die sich alle dafür engagieren, das Barockrepertoire mit der stilistischen Strenge weiter zu erforschen, die den Ruf des Ensembles begründet hat. Bei dieser ersten Aufnahme des „neuen” Banquet steht Bach im Mittelpunkt, mit den Kantaten BWV 85 und 115 mit Violoncello piccolo obbligato: „Das Violoncello piccolo ist kleiner und hat ein ganz eigenes Timbre, das sowohl tief und warm als auch straff und zart sein kann. In den Arien, in denen es den Gesang begleitet, verkörpert es meist die Stimme der Zärtlichkeit und des Trostes, die Stimme des zuversichtlichen Versprechens des Jenseits”, schreibt die Musikwissenschaftlerin Corinne Schneider. Die Sechste Suite für Cello, BWV 1012, vervollständigt das Programm: „Strahlend und jubelnd klingt sie wie eine Erlösung, in perfekter Harmonie mit den Themen, die in diesen beiden Kantaten entwickelt werden”, resümiert Corinne Schneider. Céline Scheen, Alexander Chance, Thomas Hobbs und Benoît Arnould sind die Gesangssolisten, Julien Barre spielt das Piccolo-Cello.