Als Doris Hochscheid und Frans van Ruth ihr Projekt „Dutch Cello Sonatas“ ins Leben riefen, ahnte kaum jemand, welch unentdeckter Schatz sich dahinter verbarg. Unglaublich, acht SACD- Alben später gibt es eine im doppelten Sinne des Wortes brillant gelungene Zugabe: Daniel van Goens' charmante Kompositionen sind die perfekte Zugabe für den niveauvollen, unterhaltsamen Auftritt auf der Bühne wie im Salon. Denn vor allem für die Pariser Salons der Belle Époque komponierte van Goens seine Stücke, oft in den modischen kleinen Formen seiner Zeit. Walzer und Tarantella, Scherzo und Mazurka: Als virtuoser Cellist wird van Goens die meisten Werke selbst gespielt haben, auch wenn sich die bedeutendsten Kollegen seiner Zeit als Widmungsträger finden lassen. Das wundervolle Adagio könnte der langsame Satz eines groß angelegten Cellokonzerts sein. Nicht nur hier hat das Klavier eine wichtige Rolle: anders als in vielen virtuosen Nummern dieser Zeit widmet van Goens einem liebevollen, manchmal pianistisch anspruchsvollen Part große Aufmerksamkeit. Dieser ist bei Frans van Ruth in den besten Händen. Seine intensive Beschäftigung mit Leben und Werk von van Goens, über den bisher nur wenig bekannt war, hat zu einer lesenswerten aktuellen Biographie geführt. Doris Hochscheid präsentiert die bezaubernden Werke mit natürlicher Eleganz und atemberaubender Virtuosität - ein Programm, das zum Wiederhören einlädt!