Friederike Roth, quirlige Klarinettistin des entdeckungsfreudigen Berolina Ensembles, ist wieder fündig geworden: Unterstützt vom Orchester des Brandenburgischen Staatstheaters aus Cottbus überrascht sie mit vier Klarinettenkonzerten von Iwan Müller, der sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts wie kein zweiter um die Entwicklung der Klarinette verdient gemacht hat. Müllers „Clarinette omnitonique“ erlaubte erstmals chromatisches Spiel über mehr als vier Oktaven und begeisterte die zeitgenössischen Virtuosen in Europas Musikzentren. Um seine Erfindung angemessen zu präsentieren, schrieb er etliche Solokonzerte – und bewies damit neben zukunftsweisendem Erfindergeist auch ein sicheres Gespür für wirkungsvolle Unterhaltungsmusik auf höchstem Niveau.