Anlässlich des 100. Todestages des in Irland geborenen Komponisten Charles Wood (1866 - 1926) erscheint die Weltersteinspielungen seines Streichquartetts Nr. 2 „Highgate“ und seines Streichquartetts Nr. 4 „Harrogate“ zusammen mit seinen „Variationen über eine irische Volksweise“. Dies folgt auf die Veröffentlichung von Woods sechstem und letztem Streichquartett in einer Aufführung durch das London Chamber Ensemble Quartet. Das London Chamber Ensemble, das auch auf diesem Album vertreten ist, wurde 2019 gegründet und wird von der Geigerin Madeleine Mitchell geleitet. Das Ensemble wurde für sein ‚leidenschaftliches und überzeugendes Eintreten [und] fesselnde Interpretationen’ (Gramophone) gelobt. Charles Wood wurde in eine Familie von Sängern und Musikern in Armagh, Irland, geboren. Er sang im Chor der Kathedrale, wurde als Student Organist und sammelte Erfahrungen als Streicher, insbesondere als Bratschist. Im Alter von sechzehn Jahren begann Wood, Kammermusik zu schreiben. Ein Jahr später wurde er eines der fünfzig Gründungsmitglieder des Royal College of Music und studierte Komposition bei Sir Charles Villiers Stanford und Sir Hubert Parry. Wood unterrichtete seinerseits Ralph Vaughan Williams, Samuel Coleridge Taylor, Herbert Howells und Michael Tippett. Zwei Jahre nach seinem Studienabschluss 1890 komponierte Wood ein zweites Streichquartett, dem er den Spitznamen „Highgate" gab (vermutlich nach Besuchen bei seinem Bruder an der Highgate Grammar School). Obwohl das Streichquartett ein wenig an Brahms erinnert, zeigt es doch Woods aufkommende Individualität. Der ungewöhnliche dritte Satz beispielsweise verwendet einen siebentaktigen Grundbass in Verbindung mit einem strengen Thema für sein eigenes Instrument, die Bratsche. 1912 unternahm er eine Reise, die ihn nach Harrogate führte und vollendete bald sein viertes Quartett - daher der Spitzname. Woods verwendet irische Volksmelodien und Tanzmelodien als thematisches Material, wie etwa in dem fesselnden, reelartigen Rondothema seines Finales.