Arnold Rosé prägte mehr als ein halbes Jahrhundert lang das Wiener Musikleben. Als Konzertmeister der Wiener Philharmoniker von 1881 bis 1938 stand er im Zentrum einer Epoche, in der sich die Wiener Streichertradition des 19. Jahrhunderts noch einmal in besonderer Weise entfaltete.
Neben seiner Tätigkeit als Orchestermusiker und Primarius des Rosé-Quartetts war Rosé auch ein bedeutender Solist. Die historischen Aufnahmen aus den Jahren 1900 bis 1910 auf diesem Album zeigen einen Violinisten mit ausgefeilter Technik, einem charakteristischen, zurückhaltenden Vibrato und ausgeprägtem Stilgefühl.
Das Programm verbindet Werke aus dem Kernrepertoire der romantischen Violinliteratur – darunter Karl Goldmarks Violinkonzert, Henryk Wieniawskis „Polonaise brillante“ und Pablo de Sarasates „Zigeunerweisen“ (in zwei Aufnahmen) – mit Bearbeitungen und Arrangements von Johann Sebastian Bach, Franz Schubert und Richard Strauss. Die Einspielungen vermitteln einen Eindruck von einer vergangenen Violintradition, deren Klangideal durch diese frühen Aufnahmen unmittelbar erfahrbar wird.