David Nadien (1926–2014) war einer der bedeutendsten amerikanischen Violinisten des 20. Jahrhunderts. Er begann seine Karriere als brillantes Wunderkind, das im Alter von 14 Jahren Felix Mendelssohns Violinkonzert mit dem New York Philharmonic Orchestra aufführte, und er war einer der Starschüler des berühmten Ivan Galamian. Von seinen Kollegen einstimmig als einer der herausragenden Violinisten seiner Generation angesehen, trat Nadien nur selten in Konzerten auf. Aufgrund seiner von Natur aus introvertierten und zurückhaltenden Art und seiner Abneigung gegen Selbstdarstellung zog er es vor, sich zurückzuhalten, und etablierte sich schließlich als der führende freiberufliche Violinist im Raum New York. Dennoch wurde er 1966 von Leonard Bernstein zum Konzertmeister der New Yorker Philharmoniker ernannt. Nadien hinterließ nur wenige Aufnahmen. Abgesehen von einer LP mit Sonaten von César Franck und Claude Debussy gibt es keine kommerziellen Aufnahmen mit Werken aus dem klassischen Repertoire. Diese Live-Aufnahme gemeinsam mit Jacques Abram auf CD bietet die Gelegenheit, Nadien in klassischen Sonaten von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven sowie in der romantischen Franck-Sonate zu hören. Der gefühlvolle Klang und das schimmernde Vibrato des Geigers mit seinen üppigen Positionswechseln kommen in diesen mitreißenden Interpretationen wunderbar zur Geltung. Der Pianist Jacques Abram (1915-98) debütierte mit dem Philadelphia Orchestra in der Carnegie Hall mit dem Klavierkonzert von Edward MacDowell. Abram setzte sich auch für eine Reihe britischer Werke ein, u. a. durch die Uraufführung von Benjamin Brittens Klavierkonzert und die erste Aufnahme dieses Werks sowie durch die Aufnahme von Arthur Benjamins Klavierkonzert „… quasi una fantasia” aus dem Jahr 1949.